Ihre Browserversion ist veraltet. Wir empfehlen, Ihren Browser auf die neueste Version zu aktualisieren.

NuVinci N380 mit H8

Veröffentlicht am 30.04.2018

Erfahrungsbericht zum Umbau eines Gudereit SX90 in ein e-Bike

 

Anfang April war ich auf Empfehlung eines Freundes bei Heiko Meyer. In dessen Lager finden sich einfache aber auch einige sehr gut ausgestattete Räder mit e-Antrieb.

Mountainbikes, Klappräder, Tourenräder etc.

 

Die Spezialität von Heiko ist aber der Umbau von geeigneten Fahrrädern.

Nach dem Check der Bremsen (Magura Hydraulik), des Rahmens und der Felgen kamen wir zu dem Schluss: Mein Rad kann man umbauen.

 

Wichtig war mir: Keine Kettenschaltung mehr! Ich hatte genug von der ewigen Schalterei, insbesondere in der Stadt. Da ich das ganze Jahr Rad fahre, war mein Verschleiß an Ketten und Ritzeln entsprechend hoch.

 

So fiel meine Entscheidung auf eine Nuvinci 380 Nabe mit Harmony 8 mit elektronisch gesteuerter Schaltung und Automatik!

Der Antrieb sollte mit einem Bafang BBS02 mit 750 Watt Spitzenleistung erfolgen, der von einem 800 Wh-Akku (48 Volt, 17 Ah) seine Energie erhalten sollte.

Dazu passend ein DPC-18 Display von Bafang mit 6 Unterstützungs-Stufen (0 bis 5). Akku und Display haben jeweils eine USB-Buchse, über die ich mein Smartphone anschließen kann.

Dieses nutze ich während der Fahrt als Navi – ohne Risiko, dass dem Handy-Akku die Puste ausgeht.

 

Heiko hat danach alles bestellt, ich habe mein Rad zum Umbau hingebracht und am 14. April abgeholt.

Er hat nicht nur den Motor und den Akku eingebaut, sondern auch meine Hinterradfelge neu gespeicht (für die Nuvinici-Nabenschaltung) und das Display montiert.

Zudem hat er den Griff am Fahrrad anpassen müssen, damit der Harmony 8-Drehgriff montiert werden konnte.

 

Die Probefahrt verlief wie erhofft und nach einem Abschiedstrunk wollte ich per Rad nach Hause fahren… aber großes Entsetzen: die Elektronik der Harmony versagte.

Ich musste mein Rad leider stehen lassen.

 

Es stellte sich heraus, dass die Harmony entgegen der Zusicherung des Lieferanten mit den > 48 Volt überfordert war, die nach einer Voll-Ladung am Akku anliegen.

So installierte Heiko die nächsten Tage ein wenig Elektronik, die die Spannung auf maximal 42 Volt durchlässt und tauschte den Controller von Nuvinci aus.

 

Nun konnte ich mein Rad ein paar Tage später abholen.

Die Heimfahrt nach Karlsruhe gestaltete sich zu einem Vergnügen im Fahrtwind. Die Power des Motors fühlte sich teilweise wie der Ritt auf einem Wildpferd an.

 

Gestern Abend, nach 10 Erfahrungstagen und rund 300 km später, war ich nochmal in der Werkstatt bei Heiko.

Da das Ausfallende meines Gudereit nicht für Nabenschaltungen konstruiert ist, gibt es keine Möglichkeit bei Längung der Kette, das Rad nach hinten zu ziehen.

Einen Kettenspanner zur Montage an der Achsmutter kam nicht in Frage, da hier die Nuvinci-Elektronik im Weg ist.

Heiko hat einen XTC-Kettenspanner umgebaut und montiert. Seit gestern wird die Kette also auch an meinem Rad gespannt und es ist so gut wie nichts zu hören. (Siehe Foto)

 

Danach hat Heiko noch den Controller des Bafang-Motors umprogrammiert. Nun reagiert der Antrieb schon bei einer Vierteldrehung des Pedals und die Beschleunigung erfolgt angenehm sanft bis zur Höchstgeschwindigkeit der gewählten Stufe.

Außer, man hört zu treten auf – dann unterbricht der Motor nach Sekundenbruchteilen seine Unterstützung. Ganz so, wie er soll.

 

Was ich noch probieren muss: Den Akku so weit leer fahren, dass der Motor damit nicht mehr betrieben werden kann. Dann kann ich sehen, ob die Akku-Kapazität noch ausreicht, das Handy und die Harmony 8 weiter zu versorgen.

 

Ich muss sagen: Heiko ist ein überaus freundlicher Mensch und genialer Handwerker, der fast alle Wünsche erfüllen kann und selbstverständlich auch dann zur Verfügung steht, wenn mal ein Problem auftritt.

Und er sagt einem auch, ob sich der Umbau lohnt oder nicht oder ob technische Gründe gegen einen Umbau sprechen. Für meine Frau werden wir wohl ein neues e-Bike bei ihm kaufen. Da sind einige schöne Räder dabei…

 

Jetzt freue ich mich auf die nächsten Kilometer im Fahrtwind J

 

MK aus Karlsruhe